Mit Google Disavow schädliche Backlinks loswerden

Google hat 2012 ein neues Tool zum Entwerten von Backlinks, (Links, die von anderen Webseiten auf eine URL der eigenen Domain zeigen), gelauncht: das Google Disavow Links Tool.

„Disavow“ bedeutet so viel wie verleugnen, ablehnen, nicht anerkennen und bezieht sich auf Links, mit denen man lieber nichts zu tun haben möchte.

Aufgespiesster Käfer in Löwen
Seit Google bekannt gab, dass „künstliche“ Backlinks den eigenen Rankings schaden können, sorgen umsichtige Webmaster für regelmäßige Hygiene: mit dem Disavow Tool kein Problem.

Hintergrund waren die sogenannten „blauen Briefe“, mit denen Google Anfang 2012 viele Webmaster abmahnte, aus ihrer Sicht unnatürliche Links, die eine Manipulation der Suchergebnisse zur Folge hätten, abzubauen.

Doch dies war zeitintensiv und schlichtweg nicht immer möglich, etwa im Falle von Spams.

Eine erste Lösung des Problems fand Wettbewerber Bing schon im Juni 2012, was angesichts der Marktdominanz von Google hierzulande allerdings weitgehend unbeachtet blieb.

Nutzen und Risiken des Google Disavow Link Tool

Das Tool ermöglicht, unliebsame Links zu entwerten, die auf die eigene Website zeigen. Wer eine Nachricht in den Webmaster-Tools darüber erhalten hat, dass „unnatürliche Links“ auf seine Seite zielen, kann von dem Tool profitieren.

Wenn man Post von Google bekommen hat bzw. festgestellt hat, dass viele toxische Links existieren, sollte man diese Methode in Erwägung ziehen.

In diesem Fall könnte Google der Ansicht sein, „dass es sich um gekaufte Links, Linktausch oder mit anderen Methoden erzeugte Links handelte, die gegen unsere Qualitätsrichtlinien verstoßen.“

Wenn also problematische Spam- oder Low-Quality Links zu entfernen sind, empfiehlt Google die Anwendung des Google Disavow Tools.

Der oberste Spam-Beauftragte von Google, Matt Cutts warnte anfangs  vor dem leichtfertigen Gebrauch des Tools. Es gehöre in die Hände erfahrener Webmaster und sei kein Spielzeug, um die eigene Domain mal schnell aufzupolieren.

Manche Insider der SEO-Szene argumentierten sogar, dass Google den Gebrauch des Tools als Eingeständnis der unter Hardcore-SEOs verbreiteten Praxis des Backlink-Einsatzes werteten und den Einreicher unter Generalverdacht stellen könnten.

Unbescholtene Opfer von Spam-Links dagegen, die diese Technik nicht angewendet haben, blieben von weiteren Massnahmen und Nachspürungen von Google verschont.

Wie funktioniert das Google Disavow Tool?

Voraussetzung ist zunächst ein eigener Search-Console (Webmaster-Tool-)Account. Auf der Seite https://www.google.com/webmasters/tools/disavow-links-main

Search Console Disavow Tool

wird man nach Eingabe der URL  aufgefordert, ein Textfile hochzuladen, in dem alle Links aufgelistet sind, die man entwertet haben möchte. Nach Beantwortung einer Sicherheitsabfrage startet der Vorgang- also ein unkompliziertes Verfahren, bei dem nur eine einfache Textdatei mit einer URL pro Zeile benötigt wird.

Textdatei mit toxischen Links hochladen

Als Vorarbeit empfiehlt sich aber, die „Links zu Ihrer Website“-Funktion  in den Webmaster-Tools zu benutzen. Hier kann man sich alle aktuellen Links herunterladen und entscheiden, welche Links für ungültig erklärt werden sollen.

# Inhaber von spamdomain1.com am 01.02.2018 kontaktiert

# für Anfrage zur Linkentfernung, aber keine Antwort erhalten domain:spamdomain1.com

# Inhaber von spamdomain2.com hat die Links bis auf folgende entfernt:

http://www.spamdomain2.com/inhaltA.html

http://www.spamdomain2.com/inhaltB.html

http://www.spamdomain2.com/inhaltC.html

Verteidigung gegen SEO Attacken

In den letzten 3-4 Jahren haben sich laut SEO-Küche negative SEO Attacken  zu einer echten Bedrohung entwickelt.

Da ist beruhigend zu wissen, dass man als Opfer einer solchen Attacke nicht wehrlos ist.  Mit Link-Tools wie Ahrefs, Majestic oder LRT sind die Übeltäter recht schnell und einfach gefunden.

Dann nur noch über das Google-Disavow-Tool diese Links in der alten Google Search Console  hochladen und der Angriff der bösen Wettbewerber ist abgewehrt.

Fazit

Ich empfehle ausdrücklich, dieses Tool dosiert einzusetzen, es ist sinnvoll und wird von vielen Webmaster-Profis geschätzt. Wenn bereits viele Webmaster-Richtlinien umgesetzt sind und immer wieder unerwünschte Links entstehen, sollte man es regelmäßig (z.B. einmal monatlich) für die Hygiene der eigenen Website einsetzen.

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