Google spielt wieder

Ob ich nun koche, arbeite oder einkaufe: ich habs eigentlich ganz gern, wenn alles an seinem Ort ist.
Mir macht es eher keinen Spaß, wenn ich den Zimt oder den Curry im richtigen Moment nicht zur Hand habe. Oder auf der Suche nach verloren gegangenen Werkzeugen bin oder im Supermarkt kapituliere, da nichts mehr dort steht, wo ich es gewohnt war, zu finden.

Am schlimmsten finde ich es jedoch, wenn ich in Applikationen nicht mehr die Funktion finde, die ich verwenden möchte, weil irgendein genialer Nerd oder eine künstliche Intelligenzbestie beschlossen hat, dass diese Funktion viel besser ganz woanders platziert werden müsste. 

Manisches Optimieren

Applikationen können sehr grausam sein: auf einmal fehlt der Button, die Option ist ausgegraut oder fehlt gleich ganz. Wir alle haben meist viel Zeit investiert, um zu lernen, wo alles liegt. 
Die Lebenszeit, die ich investiert habe in eine Applikation wie Excel, Photoshop oder Premiere möchte ich geschützt sehen von den Entwicklern. Dabei akzeptieren wir alle sicher gerne das Umräumen, wenn insgesamt eine größere Effizienz herauskommt.
Häufig stehen dabei die Usability-Anforderungen von Rookies denen der Profis gegenüber. Was den Neulingen mit reduzierter Komplexität und Default-Einstellungen den Einstieg erleichtern soll, fehlt den Profis womöglich an Funktionsfülle und Einstellmöglichkeiten.
Erfahrene Anwendungsentwickler versuchen diesen Spagat zu umgehen, indem sie eine Einsteiger-Version und eine Profi-Version zur Verfügung stellen.
Sehr vorbildlich als Beispiel: Adobe mit seiner Creative Suite.

Ein krasses Beispiel dafür, wie man es nicht macht, lieferte jüngst wieder einmal alphabet/Google. Wer in Gmail Kontakte gesucht hat, konnte sehr lange suchen und nichts finden. Auch eine Methode, Traffic für die Suchmaschine zu generieren. 
Des Rätsels Lösung: Google hatte schlicht und einfach die Kontakte aus Gmail entfernt und dafür eine Extra-App aufgesetzt.

Google Kontakte gut versteckt
Reihe 3,  Spalte 3 – Kontakte sind nicht verloren, nur woanders 

Nun ist für sich genommen ja wenig skandalös und hätte mich sogar gefreut, wenn bei dieser Gelegenheit die App Kontakte gebrauchstüchtig geworden wäre. Weit gefehlt!

Die Exporte in CSV sind eine Katastrophe und lassen sich nicht vernünftig weiter verarbeiten.

tbd.

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