Google 2017

Für wen ist Google 2017 noch relevant?

Klare Antwort: Für fast alle Websites (nicht nur in Deutschland), für SEOs und für Marketing-Agenturen, die Google-Werbung schalten.
Trotz gegenläufiger Entwicklungen bei Social Media und User-Verhalten, die ich sehr genau verfolge, ist Google 2017 immer noch der Haupt-Traffic-Lieferant.
Wer wissen will, wo meiner Einschätzung nach das Hauptproblem bei SEO und AdWords liegt und wie ich dazu komme, jetzt noch SEO (jetzt erst recht, nur anders als bisher;-)) zu empfehlen, findet weiter unten Antworten.

Wer dazu neigt, in Google AdWords zu investieren, möchte ich zunächst gratulieren und sagen, dass er damit in allerbester Gesellschaft ist. Sehr viele große Unternehmen zahlen Unsummen für AdWords-Werbung, damit sie ganz oben sichtbar sind auf der Suchergebnisseite von Google.

Sicherheit vor Wirtschaftlichkeit

Dabei wird jedoch ein Aspekt regelmäßig vernachlässigt: AdWords ist im Verhältnis zu SEO sehr viel teurer und allenfalls uneingeschränkt zu befürworten, wenn die natürliche Sichtbarkeit bereits ausgereizt ist oder das Geschäft lokal oder recht saisonal ist. (z.B. bestimmte Produkte wie Grills, Winterreifen etc.)

Die Erfolge bei SEO sind naturgemäß viel weniger voraussagbar und hochgradig abhängig vom Know how derjenigen, die die Maßnahmen auswählen und umsetzen. Viele Unternehmen haben in der Vergangenheit das notwendige SEO-Know how unterschätzt, auf unseriöse SEO-Anbieter gesetzt  bzw. nicht konsequent genug Empfehlungen umgesetzt.

Eines fällt dabei auf: Gerade diejenigen, die höchste Budgets in AdWords investieren, beschäftigen auch große SEO-Teams. Amazon, Zalando oder Douglas, nur um ein paar extrem erfolgreiche Unternehmen zu nennen.

Es ist viel smarter beide Kanäle, SEO und SEA, voll auszureizen, als nur auf einen Kanal zu setzen.

Unternehmen, die es in den vergangenen fast 20 Jahren nicht geschafft haben, organisch in ihrem Themenbereich sehr gut sichtbar zu werden (und auch zu bleiben), also mit SEO scheiterten, sind mittlerweile gezwungen, in Google-AdWords zu investieren, wenn sie nicht ganz auf neue Kunden verzichten wollen.

Diejenigen sollten sich vor allem um die Erfolgsmessung und die Kenntnis ihrer Zielpersona kümmern.

Denn für viele Klicks = Traffic allein zahlen nur noch Idioten viel Geld.

Jetzt aber zu denen, die eigentlich sowieso lieber SEO machen.

Da muss ich ganz kurz ausholen:

Alphabet, der Mutterkonzern von Google, bietet bekanntlich als weltweit tätige Plattform lokale Zugänge zu Märkten und Organisationen für Unternehmen.  Zu diesem Zweck betreibt alphabet die größten Suchmaschinen der Welt,  Google und Youtube.
Über diese erreichen Websites jeder Größenordnung Besucher. Der größte Teil des gesamten Internet-Traffics resultiert daraus.

Meiner Beobachtung nach erhalten die meisten Websites den größten Teil ihrer Besucher von Google.

Kuchendiagramm des Beuchertraffics einer gut sichtbaren Website
Mit „Organic Search“ sind Sitzungen bzw. Besucher aus der Google- und Bing-Suche zusammengefasst, monatlicher Werbewert von Searchmetrics berechnet zu AdWords-Klickkosten : ca. 10.000 € _ Quelle: eigene Google Analytics Zahlen

 

Obwohl die Google-Propaganda und ihre zertifizierten Anzeigenverkäufer sehr viel tun, um soviel AdWords-Umsatz wie möglich zu machen und Anzeigen/Klicks zu verkaufen, bleibt der organische Traffic und damit SEO für smarte Unternehmer unverzichtbar.

Was ist 2017 der erfolgversprechendste Ansatz für SEO?

Nach welchen Kriterien Google die Reihenfolge der organischen Suchergebnisse  (das Ranking) berechnet, wie Webseiten „relevant“ werden und damit „sichtbar“ in den Suchergebnislisten erscheinen, sind Kern-Fragen der Suchmaschinenoptimierung (SEO). Deren Ziele sind über die Jahre weitgehend gleich geblieben: vor allem natürlich kostenloser Traffic.
Die Methoden und Untersuchungsgegenstände haben sich jedoch in den letzten 10 Jahren stark verändert.
2 starke Veränderungen: User-Signale sind für den Rankingerfolg entscheidende Faktoren geworden, wohingegen die Anzahl von Backlinks praktisch bedeutungslos geworden ist.

Aktuell scheint Google vor allem die Seiten für relevant zu halten, die die Suchintention der Suchenden am besten befriedigen. Durch Machine Learning „lernt“ Google in einem iterativen Ansatz zu jeder Suchanfrage immer bessere Antworten.

Dabei greift Google auf Daten zu, die eine Erfüllung der Suchintention berechnen aus Daten zur Absprungrate, Verweildauer, Klickrate und weiteren Matching- und Relevanz-Faktoren.

Ganz ähnlich berechnet Google die Platzierung der AdWords-Werbeanzeigen: Die größte Sichtbarkeit, die meisten Impressionen, erhält,  wer relevant(er) zu einem Thema ist.
Was viele nicht wissen: Wer weniger relevant ist, bezahlt mehr für den Klick. Positiv ausgedrückt: hohe Themenrelevanz senkt Anzeigenkosten.

Und so schliesst sich der Kreis: Gute SEO-Arbeit 2017 macht sich auch in niedrigeren Google-AdWords-Kosten bemerkbar.

Wer bis hierhin gelesen hat und jetzt die eine oder andere Frage hat bzw. den kennenlernen will, der so was schreibt:

Kurze Mail an mz@michael-zachrau.de genügt.

Das Ende vom „kostenlosen“ Google Traffic

Google zeigt seit März 2016„above the fold“ 4 HPA-Anzeigen und nur noch 2 organische Ergebnisse.  Dennoch tuen alle (SEOs) so, als wenn keiner den rosa Elefanten bemerkt hat.
Don Draper aus Mad Men

Don Draper wusste es schon immer, jetzt lernen es auch die Google-Suchmaschinen-Nutzer und vor allem die SEOs:

TANSTAAFL!

(Anm. d. Verf: Auflösung am Ende des Artikels 😉)

Alphabet hat – wieder einmal – etwas für seine Aktionäre getan und zugleich zum großen Schlag gegen Leecher, Trittbrettfahrer und gegen alle Suchmaschinenoptimierer ausgeholt.

Der „kostenlose“ organische Traffic durch Suchmaschinenoptimierung dürfte durch die jüngsten Veränderungen in den Google-Ergebnisseiten rapide zurückgehen. Aber auch diejenigen, die mit AdWords-Anzeigen auf der rechten Seite der Ergebnisseite zwar Impressionen, aber kaum Klicks erzeugten, dürften Sichtbarkeit verloren haben.

Google hat die Anzahl der sogenannten HPA-Anzeigen (High Performance Anzeigen) über den organischen Ergebnissen von 3 auf 4 erhöht. Da nicht nur einige HPA-Anzeigen Sitelinks enthalten, sondern auch Google Maps oft sehr prominent in den TOP-Ergebnis-Bereich angezeigt wird, rutschen bei sehr vielen Keywords die organischen Ergebnisse so weit nach unten, dass bei mittleren Desktop-Bildschirm-Auflösungen davon nur noch etwa 2-3 Snippets zu sehen sind.

Im Scroll-Bereich darunter befinden sich zwar noch die übrigen 7-8 organischen Ergebnisse (darunter dann noch mal 3 Anzeigen!).

Aber wie wir alle wissen aus einer Vielzahl von Traffic-Auswertungen, erhalten diese nur sehr wenige Klicks von den Suchenden, weil nur etwa jeder Vierte überhaupt scrollt.

Die Suchergebnisseite 1 von Google zum Keyword Online Marketing Agentur
Rot markiert: AdWords Anzeigen – grün markiert: organische Ergebnisse 

Lohnt sich denn SEO überhaupt noch?

Der Schlag trifft eine angeschlagene, umstrittene, heterogene und illustre Branche.

Mittlerweile setzen die meisten Website-Betreiber mehr oder weniger professionelle SEO-Tools oder zumindest SEO-Plugins wie das in WordPress-Websites verbreitete Yoast ein und bei vielen Unternehmen im Online Marketing wird strategisches Content Marketing als Teil einer Keyword- und damit SEO-Strategie genutzt.

Manchen bescheidenen Erfolgen stehen meist noch bescheidenere Anstrengungen gegenüber – es herrscht vielfach die Auffassung vor, dass mit sehr geringen Budgets von 200-500 € / Monat ernsthaft und erfolgreich SEO betrieben werden kann. („SEO auf 450 €-Basis oder Freelancer gesucht.“)

Dabei sind die Zeiten, in denen mit ein paar SEO-Tricks, ein paar gekauften Links, und wenig Aufwand nennenswert organischer Traffic erzeugt werden konnte, – gefühlt – min.  10 Jahre vorbei.

Selbst die „Content is King Kong Marketing“- Juhu-Schreie sind längst verhallt, denen vereinzelte Content Marketing – Selbstversuche folgten.

Diejenigen, die damit beachtlichen Erfolg hatten, haben das meist schön für sich behalten, der Rest übt immer noch richtiges Texten und analysiert rauf und runter mit WDF/IDF. (…und immer schön Nominalstil vermeiden…;-))

SEO-Traffic ist durch die radikale Aktion von Google mithin noch wertvoller geworden? Ja, zumindest auch seltener.

Hat Google jetzt aber womöglich das Rad für viele Suchende überdreht?
Wollen die User wirklich mehr bezahlte Anzeigen, oder präferieren sie eigentlich die organischen Ergebnisse?

AdBlocker Plus als Antwort auf Google-Anzeigen

Google verdient also offensichtlich (immer) noch nicht genug mit AdWords und das Management sah sich veranlasst, den Gewinn weiter zu erhöhen durch diese Maßnahmen.

Es könnte sein, dass diese Rechnung nicht aufgeht, denn die Webnutzer wehren sich zunehmend gegen die Werbung, die von den eigentlich gewünschten Inhalten ablenkt: Mit AdBlockern wie AdBlockPlus ist auch die Suchergebnisseite von Google wieder werbefrei.

Google kennt es schon von Youtube, dort hat der überwiegende Teil des jugendlichen Publikums längst jegliche Werbung verbannt durch Installation des AdBlockers.

Schlimmer noch, durch die anziehenden HPA-Anzeigenpreise könnten sich zahlreiche Google-AdWords-Kunden veranlasst sehen, Budgets in Richtung SEO und Facebook umzuschichten.  Einfache Überlegung: Wenn die Kosten pro Konversion bei AdWords um 40% anziehen und jetzt bereits knapp über den organischen Konversionskosten liegen, macht das durchaus Sinn. Oder E-Mail Marketing, oder gar Social Selling mit LinkedIn? (Microsoft, Du machst in letzter Zeit alles richtig, hast Du etwa einen neuen Chef? ;-))

Am Ende könnte es also sein, dass Google sogar viel Geld verliert mit der Maßnahme, weil durch weniger Impressionen und Klicks schließlich sogar die Werbe-Umsätze sinken.

Google kopiert Facebook

Facebook ist bisher der Gewinner im mobilen Anzeigengeschäft und der ganz große Gewinner der letzten Jahre. Der Angstgegner von Alphabet –  das Social Network wächst immer schneller.

So lieferte Facebook das Vorbild für die organische „Diät“. Facebook hat nämlich seit 3 Jahren konsequent die organische Reichweite für Firmenseiten (Fanpages) immer mehr eingeschränkt. Die werbetreibende Kundschaft, die großen Brands akzeptieren das klaglos – im Werbegeschäft gibt es keine „kostenlose“ Reichweite.

Dort hat niemand etwas zu verschenken, kostenlose Reichweite gibt es allenfalls als Einführungsangebot.
Und Agenturen und deren Kunden sind es auch, die aus eigener Erfahrung wissen:

TANSTAAFL – There ain’t no such thing as a free lunch…