Die 12 teuersten WordPress Anfänger-Fehler vermeiden

WordPress 5.2.2  ist aktuell zu empfehlen
Bei WordPress kann man leider viel (falsch) machen, auch vermeintliche Profis, wie wir noch sehen werden…

1) Das „falsche“ Theme

Die Auswahl eines geeigneten Themes ist ein kritischer Erfolgsfaktor, ein echtes KO-Kriterium.

Ja, gibt es denn Themes, die nicht gut sind?

Woran erkenne ich denn ein „gutes“ Theme?

Das ist ein Riesen-Thema, das ich hier jetzt nur kurz in wenigen Punkten ausrollen kann:

Ist das Theme

  • benutzerfreundlich,
  • responsive, (schon allein, aber nicht nur weil Google mobile first erfordert- Danke Michael Jopen, für den Hinweis!)
  • schnell (schlank),
  • von einem Entwickler mit hoher Reputation,
  • hat es schon viele Nutzer (mit guten bis sehr guten Feedbacks) überzeugt und gibt es
  • in Deiner Branche aktuell verbreitet oder gibt es darin kaum oder nur alte Websites mit diesem Theme?

Wenn die Antwort auf diese Fragen 1-2 mal „Nein“ lautet, gibt es mindestens 1 besseres Theme, dass Du verwenden solltest. Bei 6 mal „Ja“ hast Du ein wahrscheinlich eine sehr gute Wahl getroffen. Dann ist es zwar weder der allerneueste Hype, noch kostenlos, aber Du ersparst Dir viel Zeit und Nerven mit Deiner Entscheidung.
Sei stolz auf Dich!

Woher Du die Antworten bekommst? Na, es gibt da 1. so eine Suchmaschine und 2. soziale Netzwerke, die bei solchen Gelegenheiten extrem punkten können…;-) – soviel Zeit muss sein.🤷‍♀️

Quellen für gute Themes

Hier sind mal 6 WordPress-Themes, die ich aus meiner Sicht uneingeschränkt empfehlen kann (wofür ich aber nicht hafte – denn Du bist der Unternehmer!😜),

  • Braxton
  • Nexus
  • Focus
  • Best
  • Leeway
  • Avada

Responsive- / Speed- und SEO-ready sind natürlich alle 6.

Weitere vertrauenswürdige Themes-Anbieter sind: Studiopress, Headway Theme, Themify oder iThemes.

Neuerdings ist mir das Theme Semplice 4 aufgefallen, es ist vom Design her einfach klasse und Du brauchst wirklich keinen Entwickler! Auch Architekt ist optisch phantastisch.

Geht es Euch auch manchmal so, dass Ihr beim Surfen auf eine tolle Website stosst und gerne wüßtet, welches Theme diese Website nutzt?  Dann probiert doch mal dieses sehr nützliche Tool aus: What WP-Theme is that?

Welches WordPress Theme, Plugin ist das?

Das Ding zeigt neben dem Theme incl. Version übrigens auch die erkannten PlugIns (Punkt 3).

Wenn Du nichts ausgeben willst, Du also ein kostenloses WordPress-Theme suchst, dann gibt es wohl keine bessere Möglichkeit, als das WordPress Themes Directory.

Problem: kostenlos = kein Support, hohes Risiko!

Das empfehle ich grundsätzlich nur jenen, die keine kommerziellen Interessen haben, denn kostenlos ist gleichbedeutend mit einer Reihe von sehr gravierenden Problemen.

Das Hauptproblem: für kostenlose Themes gibt es praktisch keinen Support, d.h. es gibt nur sehr begrenzte Möglichkeiten der Fehlerkorrektur und wenn z.B. Sicherheitslücken auftreten, wird das Theme nicht auf die Schliessung dieser Sicherheitslücken hin weiterentwickelt. Darüber hinaus verlieren Entwickler verständlicherweise die Lust an ihren WordPress-Projekten, wenn sie erkennen, dass sie zu wenige Nutzer anziehen um mit „freemium“-Modellen das Theme kommerziell auszuwerten. Wenn WordPress-Entwickler ihre Projekte vernachlässigen, ist nicht mehr sichergestellt, dass Du als Nutzer kompatibel mit zukünftigen WordPress-Versionen und PlugIn-Releases bleibst.

Schlimmer noch, Deine Website nimmt ohne die Weiterentwicklung weiterer Releases Deines Themes zukünftig nicht mehr an den Innovationen teil, die im Web für eine verbesserte User-Interaktion sorgen, mit mehr Multimedialität, kürzeren Ladezeiten – kurz: die Basis ein verbessertes Nutzer-Erlebnis bilden.

Ein Indiz für ein gutes Theme ist also auch die Wahrscheinlichkeit, dass es mit der Entwicklung Schritt hält. Wenn es noch sehr neu ist und noch kaum Nutzer hat, kommt es sehr darauf an, ob Du die Entwicklern für fähig hältst.

Stammt ein Theme aus einem sehr gut eingeführten, renommierten Haus mit Zigtausenden von Nutzern und sind die Bewertungen ebenfalls sehr gut, spricht vieles dafür, dass Dein Risiko, damit aufs falsche Pferd 🏇🏾zu setzen, gering sind. Das hat jedoch seinen Preis, was Du ebenfalls als brauchbaren Indikator für die Marktstellung heranziehen kannst.

Fette Themes – wie Divi – meiden

Fette Themes sehen zwar chic aus und Du kannst damit schnell mal was aus dem Hut zaubern, aber leider bringen diese zu viel überflüssigen Code und absurd hohe Ladezeiten mit sich. Das hängt damit zusammen, dass das Entwickler-Team es allen recht machen wollte und Features auf Teufel komm raus, aber nicht ladezeitoptimiert programmiert hat. Ein Beispiel für schwache Themes: alle Themes, die auf so genannte Builder wie „Divi“ setzen.

Lighthouse Audit einer Online Marketing Agentur
28% Performance ! Was für eine gewaltige Verschwendung von Sichtbarkeit/Traffic/Umsatz, wie viel erfolgreicher könnte diese Website sein, wenn sie endlich die Speed-Probleme durch Divi los wird?

Solche Themes können sogar ausgewachsene und ansonsten hervorragende SEO-Agenturen an den Rand der Verzweiflung bringen: der Fehler liegt aber nicht bei der Agentur, sondern bei der Auswahl des „falschen“ Themes.

Die Ursache für quälend langsame Websites erkennen wir im Quellcode… hier gelb markiert.

Und diese Agentur ist beileibe kein Einzelfall, hier ein weiterer Lighthouse Audit einer Online-Marketing Agentur mit Top-Referenzen (toom, Klosterfrau, eon, Koelnmesse etc.), die sich die Performance ihrer hübschen Website versaut über das fette Divi-Theme.

2) Die „falsche“ Plattform

Das ist für Einsteiger sicher ein nicht so leicht zu verstehendes Thema.

Unter WordPress.com kann jeder kostenlos seinen Blog/seine Website betreiben. Diese Lösung  ist für nicht-kommerzielle Websites vollkommen ausreichend. Tiefe Eingriffe sind dann aber nicht möglich, professionelles SEO ist damit unmöglich. So einfach ist das, auch wenn hier sehr viel Verwirrung herrscht bei Neulingen.  Es gibt nämlich auch den Premium Service für große Kunden, die „direkt“ bei WordPress gehostet werden. Das kostet jedoch so viel, dass dies keine Alternative für Einsteiger ist.

Wenn Du hingegen möglichst viel Traffic von Google haben möchtest und daher eingreifen musst in Dein System, wählst Du ein selbst gehostetes WordPress.org System.

WordPress.com (von Automattic betrieben) ist daher am besten geeignet für Privatleute, die mit ihrer Website ein Hobby betreiben.

3) Nicht zu viele sondern die falschen PlugIns

Viele Neulinge sind so überwältigt und begeistert von den zahlreichen tollen PlugIns, dass sie bedenkenlos ein PlugIn nach dem anderen installieren.

Als erstes wird dann mit Yoast ein sehr empfehlenswertes SEO-PlugIn heruntergeladen, es folgen zahllose PlugIns für Slider, Formulare, Social Media Buttons, Testimonials, Bilder-Galerien.

Es ist ja auch sehr verführerisch, einfach mal die besten und zum Teil auch noch kostenlosen PlugIns herunterzuladen und zu installieren.

Vorsicht: PlugIns können Deine Website ausbremsen und derart verlangsamen, dass der Schiedsrichter Google dies als Foul gegenüber dem Benutzer wertet.

Die Folge: Schlechtere Rankings, weniger Besucher-Traffic.

Was wirklich die Performance killt

Das Performance-Problem beginnt nicht mit der Anzahl von PlugIns, sondern es kommt auf die Art und Qualität der Plugins an. Viele meinen, wenn sie nur die Anzahl der PlugIns gering halten, z.B. unter 30, dann hätten Sie keine Ladezeit-Probleme zu erwarten.

Das ist eine weit verbreitete falsche Einschätzung.

Dieser Irrtum konnte entstehen, weil viele Anfänger durchaus Problembewußtsein zeigen und nach Richtwerten fragen. Wenn dann als Antwort WordPress-Profis einen einfach zu verstehenden Richtwert nennen, um es Anfängern leicht zu machen und sich komplexere Erklärungen zu ersparen, setzen sich diese Richtwerte fest.

Die Realität ist halt nicht so einfach: Viele Plugins, die WordPress um Funktionen ergänzen oder Funktionen bei WordPress deaktivieren, führen keine Datenbank-Abfragen aus und belasten die CPU minimal . Diese Plugins bremsen auch in großer Anzahl, sagen wir 200, eine WordPress-Installation nicht aus.

Die problematischen, ressourcenfressenden PlugIns sind z.B. bestimmte Slider, Broken Link Checker oder verschiedene Related Posts Plugins. Diese weisen häufig hervorragende Features auf und sind überfrachtet mit Funktionen wie ein aktuelles Word. Das hängt damit zusammen, dass sie dadurch mit einem Produkt sehr viele verschiedene Zielgruppen und Anwendungs-Szenarien bedienen können und schlicht und einfach mehr Downloads erhalten. Statt maßgeschneiderte und schlanke Anwendungen für den jeweiligen Bedarf zu schaffen, werden hier mit dem Ziel Monster-Funktionalität und Feature-Reichtum entwickelt – was sich leider negativ auf die Ladezeit auswirkt.
Da wartet dann ein Revolution Slider zwar mit der Option für unfassbar schöne Animationen auf, nur wenn schlicht ein Slider mit Bild und Text benötigt wird, wäre ein schlanker Slider Manager, der nur das tut, was auch verwendet wird, die smartere Wahl.
Da helfen dann auch keine epischen Vergleichstests, die, oh Wunder, die „Schlankheit“ eines Plugins selten loben, oder gar schlanke und kostenlose für Einsteiger höher bewerten, sondern lieber die Bestseller per Affiliate-Link verkaufen wollen…

Dies sind die häufigsten Gründe, warum ein qualitativ hochwertiges WordPress-Plugin eine Website wesentlich langsamer macht:

  • Das PlugIn ruft Dateien auf und lädt Skripte für Seiten, auf denen es nicht nötig ist und erstellt unnötige Serverabfragen.
  • Das PlugIn arbeitet mit einer externen API, um Inhalte (wie einen Social Media Feed) einzubinden. Besucher warten also nicht nur darauf, dass die auf dem Server gespeicherten Daten geladen werden, sondern müssen warten, bis die API die Anfrage von externen Seiten verarbeitet.
  • Das PlugIn verfolgt unnötige oder übermäßige Datenmengen von der Website und protokolliert sie in der Datenbank. Bei jedem Aufruf der Datenbank muss der Server eine neue MySQL-Anfrage stellen.

(Quelle: Die langsamsten WordPress PlugIns und ihre schnelleren Alternativen.

Suche Dir die PlugIns am besten genau so sorgfältig aus, wie Dein Theme – und führe regelmäßig Geschwindigkeitsmessungen durch, die z.B. ein „lahmes“ PlugIn identifizieren.

Als wäre es noch nicht genug, sind schlecht programmierte PlugIns und Themes auch für Hacker auch eine große Einladung. (Dazu mehr unter den Punkten 8) Hacking und 9) Angriffe abwehren)

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